CO-Pipeline
In zahlreichen Presseberichten beklagte sich die Bayer Konzernführung über eine ihrer Ansicht nach wachsende Industriefeindlichkeit und fordert angesichts der Auseinandersetzung über die CO - Pipeline mehr Verlässlichkeit für die Industrie.
In der Presse wird Bayer wie folgt zitiert:
- das Unternehmen müsse bei den Anwohnern entlang der Pipelinetrasse tark um Akzeptanz kämpfen
- Relativ kleine, lokale Gruppen und Kommunalpolitiker schüren Ängste
- Ein Scheitern der Pipeline könne das Vertrauen in den Industriestandort NRW beschädigen
- Wir tun alles Menschenmögliche, um die Sicherheit der Pipeline zu gewährleisten
Clauser in seinem Schreiben an die Konzernführung: „In allen Punkten muss ich Ihnen energisch widersprechen. Die Akzeptanz für die Giftgaspipeline haben Sie durch unterlassene Information, durch mangelhafte Ausführung und durch fehlendes Entgegenkommen bei konstruktiven Änderungsvorschlägen leichtfertig verspielt. Bereits zu Beginn des Projektes habe ich eine bessere Öffentlichkeitsarbeit angemahnt und darauf hingewiesen, dass die Sicherheitsstandards auf einer 70 km Trasse durch konstruktiver Zusatzmaßnahmen variiert und angepasst werden müssen. Für besondere Gefährdungsbereiche habe ich ihren Mitarbeitern erhöhte Sicherheiten empfohlen. Gerne stelle ich richtig, dass nicht nur kleine lokale Gruppen und Kommunalpolitiker besorgt sind. Sie haben den Widerstand von über 100.000 Pipelinegegnern, der 10 Bürgermeister des Kreises Mettmann, des Landrats Thomas Hendele und der vier Landtagsabgeordneten außer acht gelassen.
Während Sie Verlässlichkeit des Gesetzgebers für die Industrie einfordern stellen wir die Sicherheit der Menschen in das Zentrum unseres Handels. Ja, auch ich stehe dazu, dass die Industrie verlässliche Rahmenbedingungen braucht. Hierbei darf aber die Sicherheit der betroffenen Anwohner nicht geopfert werden. Zahlreiche Mängel haben das Vertrauen in dieses Projekt dauerhaft erschüttert. An wenigen Beispielen können Sie dies sicherlich nachvollziehen:
- Verstöße gegen den Planfeststellungsbeschuss mit nicht genehmigten Änderungen in der Lage der Trasse, mit reduzierter Rohrwandstärken, Geogridmatte mit reduzierter Breite
- Umfangreicher, ergänzende Planfeststellung ohne öffentliche Beteiligung
- Bauausführung trotz fehlender Kampfmittelfreigabe
- Jahre nach Baubeginn liegt der Alarm und Gefahrenabwehrplan immer noch nicht vor
Statt das Menschenmögliche zu tun, wiederholen ihre Mitarbeiter stereotyp „Die Pipeline hat den weltweit höchsten Sicherheitsstandard.“ Damit ist den Menschen entlang der Trasse nicht gedient!
Clauser rief das Unternehmen erneut auf, das unsichtbare, geruchlose und tödliche Giftgas am Entstehungsort zu verarbeiten und auf einen Transport und damit auf die Pipeline zu verzichten.